Ein Kommentar zur Presselage

 
 
Liebe AWO-Interessierte,
 
auf Grundlage der heutigen Berichterstattung des Nordkuriers, möchte ich euch eingehend über die Situation informieren. Die AWO steht derzeit unter genereller Kritik. Hauptargument der Kritiker ist, dass es die Möglichkeit für einzelne gab sich selbst an den Mitteln der AWO zu bereichern. Über diese Grundposition kann kein Streit entstehen. Die Bevorteilung „Einzelner“ muss mit allen Möglichkeiten vermieden werden. Die AWO Neubrandenburg führt einen Arbeitsrechtstreit, in dem sie einer ehemaligen Mitarbeiterin genau dies vorwirft und entschieden dagegen vorgegangen ist. Jeder kennt jedoch den Spruch: „Recht haben und Recht bekommen sind 2 unterschiedliche Sachen“. Deshalb liegt es nun an einem Gericht eine Entscheidung zu treffen, ob die vorgeworfenen Sachverhalte so immanent sind, dass sie eine Kündigung rechtfertigen. Die Liste der getätigten Vorwürfe ist lang. Die AWO Neubrandenburg hat jedoch kein Interesse daran, die einzelnen Vorwürfe öffentlich auszutragen. Es ist jedoch ganz klar hervorzuheben, dass getroffene Fehlentscheidungen durch die ehemalige Mitarbeiterin umgehend korrigiert wurden. Die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern läuft dabei auf sehr verantwortungsvolle Art und Weise. Auch wenn das Fehlverhalten aus AWO-Sicht nicht akzeptiert werden kann, gilt es die Privatsphäre der ehemaligen Mitarbeiterin zu wahren.
 
Fakt ist aber: Wenn auf der einen Seite Verlangt wird, dass die Probleme der Vergangenheit nie wieder auftreten, kann man nicht unangenehme Entscheidungen kritisieren, die auf dem Weg notwendig sind.
 
Ich war im Übrigen in der Verhandlung, aus der zitiert wird. Ich habe nicht in Erinnerung, dass Seitens des Gerichtes in irgendeiner Form über das Thema Glaubwürdigkeit gesprochen wurde. Der Richter hat in keinster Weise die Glaubwürdigkeit möglicher Zeugen in Frage gestellt. Weder von uns, noch von der Gegenseite. Die Verhandlung lief an diesem Tag eher darauf hinaus, dass man nach Möglichkeiten einer Einigung suchte.
 
Richtig ist, dass die Gegenseite eine Darstellung konstruiert, in der der ehemalige Geschäftsführer stark kritisiert wird und die Kündigung in Zusammenhang mit möglichen geschäftlichen Beziehungen gebracht wird. Fakt ist aber, dass hier 2 Themen zusammengebracht werden die nicht zusammen gehören. Die Vorwürfe gegen unsere ehemalige Mitarbeiterin verteilen sich auf 7 Schwerpunkte. Aus meiner Sicht gilt es auf Grundlage von Daten und Fakten zu entscheiden und nicht zu versuchen aus dem skandalösen Fehlverhalten einzelner Personen aus dem AWO-Verband einen eigenen Nutzen zu erzielen.
 
Die AWO hat in Ihrem neuen Kodex bereits dafür gesorgt, dass ein Geschäftsführer ausschließlich Angestellter sein muss. Der zuständige Landesverband muss bei Einstellung zustimmen. Geschäfte mit eigenen Firmen sind ausgeschlossen! Die AWO Neubrandenburg hat zudem eine Compliancegruppe ins Leben gerufen, die alle Geschäftsbeziehungen neu bewertet. An dieser Gruppe ist unser Landesverband beteiligt. Auch unser Vorstand
bewertet alle Geschäftsbeziehungen die wir pflegen regelmäßig neu. Diese Maßnahmen stellen nur einen Bruchteil der Veränderungen dar. Die kritische Auseinandersetzung mit Entscheidungen der Vergangenheit erfolgt bei uns täglich, dass versichere ich jedem Einzelnen, der sich die Mühe gemacht hat, meinen Text zu lesen.
 
Die AWO Neubrandenburg steht für Transparenz, weshalb ich jedem anbiete seine Fragen zu beantworten, soweit mir das möglich ist. Ich hoffe ihr kämpft mit mir zusammen für unsere Ziele und für eine stetig besser werdende AWO-Neubrandenburg.
 
Dafür stehe ich!
 
Euer
Martin Jennerjahn.